Landkreis Havelland
- Ratsinfo -

Vorlage - MV-0075/18  

 
 
Betreff: Sachbericht über den Einsatz von Familienhebammen im Landkreis Havelland in den Jahren 2015 bis 2017
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Federführend:Dezernat II, Amt 53 - Gesundheitsamt Bearbeiter/-in: Wede, Brigitte
Beratungsfolge:
Ausschuss Soziales/Bildung/Gesundheit Anhörung
07.05.2018 
Sitzung des Ausschusses für Soziales/Bildung/Gesundheit, Goethestraße 59/60, 14641 Nauen, Landkreis Havelland, DS Nauen, Sitzungssaal 225    

Sachverhalt:

Das Bundeskinderschutzgesetz, in Kraft seit 01.01.2012 hat den Stellenwert der Frühen Hilfen gestärkt, fordert umfassende Informationen von Eltern und Mütter über spezifische Angebote in dieser Lebensphase und hebt die Notwendigkeit der Stärkung von Elternkompetenz zum Schutz von Kindern hervor.

 

Da das Gesundheitsamt mit seinem Kinder- und Jugendgesundheitsdienst seit Jahren ein „Baby-Begrüßungs-Hausbesuch“ angeboten hatte, wurde in einem Kooperationsvertrag im Dezernat II die Aufwertung dieses Angebotes um verbindliche Informationen seitens der Jugendhilfe und andererseits die Etablierung von Familienhebammen für Familien/Mütter in besonderen Problemlagen vereinbart.

Finanziert wurde das Projekt aus Mitteln der Frühen Hilfen über das Jugendamt (Netzwerk-Koordinatorin Frühe Hilfen/Kinderschutz) vom Ministerium.

 

Zielgruppe der Familienhebammentätigkeit Früher Hilfen sind alle Mütter und Familien, die einen über die Kassenleistung hinausgehenden Bedarf an Unterstützung durch eine Hebamme haben. Die Sozialarbeiterinnen der Schwangerenberatung und des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes entscheiden nach dem 4-Augen-Prinzip, welche Familie durch eine Familienhebamme unterstützt wird. Zu Beginn der Hilfe erfolgt eine gemeinsame Fallbesprechung zwischen Gesundheitsamt, Familienhebamme und Familie zur Festlegung des Unterstützungsbedarfs und zur Formulierung von konkreten Zielen. Die Familienhebamme sucht die Familie in der Regel einmal wöchentlich in der Häuslichkeit auf bzw. begleitet die Familie zu auswertigen Terminen (z.B. Arztterminen, Gruppenangebote o.ä.).

 

Im Jahr 2015 startete das Projekt mit 4 Familienhebammen (3 in Falkensee/Dallgow und Schönwald-Glien und einer in Rathenow). Der Bereich im mittleren Havelland (Nauen) konnte bisher nicht abgedeckt wrden. Die Arbeit der Familienhebammen wurde darüber hinaus durch eine wöchentliche offene Familienhebammensprechstunde erweitert. Die Sprechstunden stellen ein regelmäßiges, niedrigschwelliges und auch kurzfristiges Beratungsangebot dar. Sie finden derzeit in Falkensee, Schönwalde-Glien, Premnitz und Rathenow statt.

 

Die hierfür vom Landkreis Havelland zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel haben im Jahr 2017 ca. 23 T€ betragen. Im Jahr 2016 konnte das Projekt ca. 21 T€ verbuchen. Als das Projekt im Jahr 2015 anlief, waren es ca. 14 T€.

 

Die Auswertung des Einsatzes der Familienhebammen hat gezeigt, dass mit den zur Verfügung stehenden personellen und finanziellen Ressourcen Hilfe nur in besonders kritischen oder prekären Situationen geleistet werden konnte. Der in Medien beklagte Mangel an Hebammen ist auch im Havelland spürbar, so dass neue Aufgaben für Hebammen nur bedingt an diese übertragen werden. Das Wirken der Familienhebammen hat sich als sehr wertvoll erwiesen, die Qualifizierung weiterer Hebammen zur Familienhebamme ist wünschenswert.

Nach den Erfahrungen der ersten drei Jahre wird angestrebt, dieses präventive Angebot im Landkreis Havelland auszuweiten.

              


Finanzielle Auswirkungen:

 

Kosten

Sachkonto/Kostenstelle/Kostenträger

2017 – 23 T€

501900 / 4140201

Erläuterung/Deckungsvorschlag

Mittelfristig ist eine Ausweitung auf 30 – 40 T€ per anno fachlich begründet.

             


Anlagen:

 

 

 

Rathenow, den 11.04.2018

 

 

 

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                     Landrat                                                 Beigeordneter/Dezernent II                                     Amtsleiter 53