Landkreis Havelland
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Vorlage - BV-0268/17  

 
 
Betreff: Jugendförderplan 2017/2018
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
  Aktenzeichen:II 51/Bar
Federführend:Dezernat II, Amt 51 - Jugendamt Bearbeiter/-in: Graber, Liane
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Anhörung
20.09.2017 
Sitzung des Jugendhilfeausschusses      
Kreisausschuss Vorberatung
25.09.2017 
Sitzung des Kreisausschusses ungeändert beschlossen   
Kreistag Entscheidung
09.10.2017 
Sitzung des Kreistages      
Anlagen:
Anlage 1 zur BV-0268_17 Jugendförderplan

Beschlussvorschlag:

 

Der Kreistag beschließt die Fortschreibung des Jugendförderplans 2017/2018[1]

                                                              


[1] Herr Wellmann, Vorsitzender des Jugendhilfeausschuss, erklärt den Mitgliedern, dass eine redaktionelle Änderung des Beschlusstextes erfolgt.

 

Beschlussvorschlag:

Der Jugendhilfeausschuss beschließt die Fortschreibung des Jugendförderplans 2017/2018

 

Die Änderung lautet:

Der Kreistag beschließt die Fortschreibung des Jugendförderplans 2017/2018


Sachverhalt:

 

Der örtliche Träger der Jugendhilfe ist im Rahmen seiner Gesamtverantwortung nach § 79 Sozialgesetzbuch – Achtes Buch – Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) und damit im Rahmen seiner Planungsverantwortung gemäß § 80 SGB VIII verpflichtet, für die Leistungsbereiche nach §§ 11 – 14 SGB VIII (Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit, erzieherischer Kinder- und Jugendschutz) den Bestand an Einrichtungen und Diensten festzustellen, den Bedarf für einen mittelfristigen Zeitraum zu ermitteln und die zur Befriedigung des Bedarfs notwendigen Vorhaben rechtzeitig und ausreichend zu planen. Hierüber hat der örtliche Träger der Jugendhilfe gemäß § 24 des Ersten Gesetzes zur Ausführung des Achten Buches Sozialgesetzbuch – Kinder- und Jugendhilfe – vom 26. Juni 1997 (AG KJHG) jährlich einen Jugendförderplan vorzulegen, der die für diese Leistungsbereiche vorgesehenen Aufwendungen des örtlichen Trägers der Jugendhilfe und der kreisangehörigen Städte, Gemeinden und Ämter ausweist.

 

Der Jugendförderplan ist von der Vertretungskörperschaft mit der Verabschiedung des jeweiligen Haushaltsplans zu beschließen.

 

Erläuterungen zum Entwurf Jugendförderplan 2017/2018

 

Der Entwurf des Jugendförderplans (Anlage 1) legt einen Schwerpunkt auf die Gestaltung des Planungszeitraums 2017/2018 und hat folgende wesentlichen Neuerungen erfahren: Unter Punkt 3 wird ausführlich beschrieben, wie sowohl die Träger der freien Jugendhilfe als auch die kreisangehörigen Städte, Gemeinden und Ämter und die Bürger an der Jugendförderplanung beteiligt werden. Weiterhin werden erstmalig in dieser Fachplanung die Erkenntnisse aus der Jugendkonzeptarbeit der kreisangehörigen Städte, Gemeinden und Ämter zu den Lebens- und Problemlagen junger Menschen und den daraus resultierenden Handlungsbedarfen zusammengefasst, um die Steuerung ausreichender, geeigneter, bedarfsgerechter, vielfältiger und wirkungsvoller Angebote unter Berücksichtigung der vorhandenen Ressourcen sinnvoll umzusetzen.

 

Der Jugendförderplan ist weiterhin an den mit den Trägern der Jugendhilfe gemeinsam erarbeiteten sozialpolitischen und sozialpädagogischen Zielen ausgerichtet.

Die umgesetzten Ziele und Maßnahmen im Jahr 2015 wurden im Hinblick der Planfortschreibung in regionalen Gesprächen mit den Akteuren der Kinder- und Jugendarbeit zur Feinjustierung der sozialpolitischen Handlungsziele in der Kinder- und Jugendarbeit ausgewertet (MV-0066/17). In diesem Beteiligungsprozess wurden die sozialpolitischen Handlungsziele teilweise neu untersetzt. Darüber hinaus wurden insgesamt vier neue Teilziele aufgenommen:

 

   Die Qualitätsentwicklung in allen Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendarbeit – Jugendklubarbeit, Jugendkoordination, Schulsozialarbeit, Straßensozialarbeit – wird weiter vorangetrieben. (Handlungsziel 1/Teilziel 3).

Die Eltern werden durch die Träger der freien Jugendhilfe in geeigneter Form angesprochen und eingebunden. (Handlungsziel 1/Teilziel 6).

    Der Landkreis Havelland fördert die schulische und soziale Integration junger Menschen in Schulverweigererprojekten und durch den Einsatz von Schulsozialarbeiter*innen. (Handlungsziel 4/Teilziel 3).

    Auf der Grundlage klar abgesteckter Verfahren im Kinderschutz und bestehenden Kooperationsvereinbarungen mit Schule sind weitere Schritte zur Erreichung von Handlungssicherheit im Kinderschutz erforderlich. (Handlungsziel 5/Teilziel 4).

 

Die Auswertung der umgesetzten Ziele und Maßnahmen im Vorjahr 2016 erfolgt in einem gesonderten Sachbericht, welcher nach der Einreichung der Sachberichte für das Jahr 2016, der Prüfung der Verwendungsnachweise und der Auswertung der Zielvereinbarungsgespräche erarbeitet wird.

 

Im Rahmen der Beteiligung nach § 80 (3) SGB VIII hatten die kreisangehörigen Städte, Gemeinden und Ämter sowie die Träger der freien Jugendhilfe mehrfach im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft nach § 78 SGB VIII – Kinder- und Jugendarbeit (AG 78) Gelegenheit zur Diskussion/Feinjustierung der sozialpolitischen Handlungsziele 2017/2018 und zur Beratung über den Gesamtentwurf des Jugendförderplans 2017/2018. Zu diesem hatten die kreisangehörigen Städte, Gemeinden und Ämter sowie die Träger der freien Jugendhilfe bis zum 10.02.2017 die Möglichkeit zur Abgabe einer schriftlichen Stellungnahme an den Landkreis Havelland.

 

Folgende Hinweise wurden gegeben:

 

Positiv bewertet wurden die umfangreichen Beteiligungsprozesse an der Jugendhilfeplanung, so auch in der Entwicklung der Jugendkonzepte.

 

Es besteht der Wunsch, auch weiterhin an der Systematik, sozialpolitische Handlungsziele miteinander abzustimmen, festzuhalten. Darüber hinaus wolle man gemeinsam mit dem Jugendamt die sozialpädagogischen Handlungsziele überarbeiten. Die Verwaltung hat diesen Hinweis aufgegriffen und wird dies zu einem zukünftigen Schwerpunktthema in der AG 78 Kinder- und Jugendarbeit machen.

 

Es erging der Hinweis, dass die Bevölkerungsprognosen des Landesamtes für Bauen und Verkehr von den Daten der Einwohnermeldeämter abweichen. Abweichend von der Landesstatistik wird vielerorts mit einem Anstieg junger Menschen gerechnet. Die Verwaltung weist im Entwurf des Jugendförderplans 2017/2018 auf diese Bevölkerungstrends hin.

 

Die Weiterentwicklung von Methoden der Jugendbeteiligung als sozialpolitisches Handlungsziel wurde vorgeschlagen. Dies betrifft die Handlungsziele 10.2/Teilziel 5 und Handlungsziel 10.3/Teilziel 2 (Seite 41). Darüber hinaus sollten in zukünftigen Planungen die Arbeit weiterer Akteure in der Kinder- und Jugendarbeit, bspw. die Jugendverbandsarbeit, die kirchliche Jugendarbeit, die vielfältige Jugendarbeit im Sport sowie die der Vereine, auch die Förderung von Jugendfreizeitflächen Beachtung finden. Das Jugendamt ist der Auffassung, dass dieses Handlungsziel unter 10.1/Teilziel 4 (Seite 38) bereits aufgegriffen wurde. Als geeignete Form der Umsetzung sieht das Jugendamt hier die örtlichen Jugendkonzeptberatungen, zu der auch zukünftig in regelmäßigen Abständen Treffen organisiert werden sollen.

 

Hervorgehoben wurde die Spezifik der Sozialarbeit an Grundschulen und die Notwendigkeit, hier entsprechende Verantwortlichkeiten zu beschreiben. Das Problem ist dem Jugendamt bekannt und wird unter dem Handlungsziel 10.1/Teilziel 5 und 7 (Seite 39) berücksichtigt. Darüber hinaus regt das Jugendamt an, Kooperationsvereinbarungen sowohl mit dem Staatlichen Schulamt als auch mit den Schulen abzuschließen.

 

Angeregt wurde auch auf den in den Kinder- und Jugendkonzepten der kreisangehörigen Städten, Gemeinden und Ämter formulierten Bedarf am Ausbau von Sozialarbeit in allen Schulformen in geeignetem Maße zu reagieren. Die Haltung der Verwaltung hierzu ist diese, dass der Landkreis Havelland sich an der Finanzierung der vom Land Brandenburg zugesprochenen Anzahl an PKR-Stellen (35 Vollzeitäquivalente (VzÄ)) beteiligt (vgl. Handlungsziel 10.1/Teilziel 1 (Seite 38).

 

Es wurde die These aufgestellt, dass eine bedarfsgerechte Ausstattung der Kinder- und Jugendarbeit mit Schwerpunkten in der präventiven Arbeit zu einer Absenkung der Kosten in den Hilfen zur Erziehung führen könne. Wie dieses Ziel entwickelt und erreicht werden kann, sollte im Jugendförderplan geregelt und transparent gemacht werden. Die Verwaltung gibt den Hinweis, dass nicht ausgeschlossen ist, dass sich Angebote der offenen Jugendarbeit in Einzelfällen positiv auf den Verlauf von Erziehungshilfen auswirken können, weswegen das Jugendamt die Qualität der Arbeit der Fachkräfte unterstützt.

 

In den Zielvereinbarungsgesprächen wird mit den PKR-Stelleninhabern mindestens ein Schwerpunktziel im aktiven Kinder- und Jugendschutz vereinbart. Das Handlungsziel 10.1/Teilziel 7 (Seite 39) wurde entsprechend erweitert.

 

Größtenteils bezogen sich die eingegangenen Stellungnahmen auf redaktionelle Änderungen, welche in den Entwurf eingearbeitet wurden.

 

Der aktuelle Entwurf und die Rückmeldungen der öffentlichen und freien Träger der Jugendhilfe zum Entwurf wurden am 11.07.2017 im Unterausschuss Jugendhilfeplanung diskutiert. Über das Ergebnis wird in den jeweiligen Gremien informiert.

 

                                                              


Finanzielle Auswirkungen:

 

Es entstehen die im Jugendförderplan 2017/2018 aufgeführten Kosten entsprechend den Festsetzungen der jeweiligen Haushaltssatzung für das Jahr 2017 und das Jahr 2018. Die Beschlussfassung des Jugendförderplans 2017/2018 wird deswegen unter den Vorbehalt gestellt, dass die Umsetzung der Maßnahmen in Abhängigkeit von der Sicherstellung der Finanzen in den jeweiligen Haushaltsjahren erfolgt.

 

Kosten

Sachkonto/Kostenstelle/Kostenträger

keine

 

Erläuterung/Deckungsvorschlag

 

                                                             


Anlagen:

 

Anlage 1Entwurf Jugendförderplan 2017 und 2018 (Stand:13.04.2017)

 

 

 

Rathenow,

 

 

 

…………….……………..         …………………….……..          …………….……………..

                     Landrat                                                 Beigeordneter/Dezernent                                                Amtsleiter

 

 

Der Beschluss ist

 

 

 

 

 

vollständig zu veröffentlichen.

 

 

 

 

 

mit seinem wesentlichen Inhalt zu veröffentlichen.

 

 

 

 

x

nicht zu veröffentlichen.

 

Die Anlage/n, soweit vorhanden, ist/sind

 

 

vollständig zu veröffentlichen.

 

 

 

 

x

nicht zu veröffentlichen.

                                                              

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1 zur BV-0268_17 Jugendförderplan (32884 KB)