Landkreis Havelland
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Vorlage - BV-0217/16  

 
 
Betreff: Beschlussfassung über die Anerkennung des IKW als Träger der Freien Jugendhilfe
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
  Aktenzeichen:II 51/Ba
Federführend:Dezernat II, Amt 51 - Jugendamt Bearbeiter/-in: Graber, Liane
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Entscheidung
12.10.2016 
Sitzung des Jugendhilfeausschusses ungeändert beschlossen   
Anlagen:
Anlage 1 Sachbericht der IKW GmbH

Beschlussvorschlag:

 

Der Jugendhilfeausschuss möge beschließen:

 

Der Träger IKW GmbH Institut für Kommunikation und Wirtschaftsbildung GmbH wird befristet bis zum 29.02.2018  als Träger der freien Jugendhilfe im Landkreis Havelland

 


Sachverhalt:

 

Mit Schreiben vom 12.09.2016 beantragte der Träger IKW GmbH Institut für Kommunikation und Wirtschaftsbildung GmbH die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII). Für die öffentliche Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe ist die Richtlinie des Landkreises Havelland vom 13.04.2005 anzuwenden. Für die Entscheidung zuständig ist der Jugendhilfeausschuss gemäß § 71 (2) Nr. 3 SGB VIII.

 

In der Region Rathenow/Premnitz ist die IKW GmbH dem Landkreis Havelland seit mehreren Jahren in der Ausbildungsförderung junger Menschen sowie der Erwachsenenbildung bekannt. Nach dem Gesellschaftsvertrag und dem Handelsregisterauszug ist Gegenstand des Unternehmens weiterhin die Aus- und Weiterbildung von Führungskräften der Industrie und Wirtschaft sowie von Arbeitnehmern. Darüber hinaus führt der Träger Maßnahmen, wie dem mobilen Jugendcoaching, zur Förderung junger Menschen und junger Erwachsener durch, insbesondere zum Abbau von Benachteiligungen und Bildungsdefiziten.

 

Seit März 2015 erfolgt die Tätigkeit des Trägers mit einem gewichtigen Schwerpunkt auch auf dem Gebiet der Jugendhilfe. Im Sinne des Auftrages nach § 1 Absatz 3 SGB VIII trägt er durch verschiedene Angebote im Bereich der Erziehungshilfen dazu bei, junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung zu fördern, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen sowie Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl zu schützen.

Im Zuge des Anstieges der Flüchtlingszahlen im Jahr 2015 hat sich die IKW GmbH in der Betreuung unbegleiteter minderjähriger Ausländer zu einem zentralen Pfeiler im Havelland entwickelt.  Mit dem Schwerpunkt im Havelland West, wo die IKW GmbH insgesamt 37 unbegleitete minderjährige Ausländer betreut (Stand: 27.09.2016), trägt dessen Arbeit im Wesentlichen zur bedarfsgerechten Betreuung sowie Integration junger Geflüchteter bei. Er bietet Möglichkeiten von Inobhutnahmen, das Clearingverfahren und eine Betreute Heimwohngruppe.

 

r die Anerkennung des Trägers ist relevant, dass der Zweck und die Ziele des Trägers auf die Ziele der Jugendhilfe gerichtet sind. Unmittelbar und mittelbar trägt die IKW GmbH zur Erfüllung der Aufgaben der Jugendhilfe bei. Die Erfüllung gemeinnütziger Ziele steht in diesem Fall im Zusammenhang mit der Erfüllung der Aufgaben i.S.d. Kapitel 2 des SGB VIII.

 

Der Träger ist noch nicht seit mehr als 3 Jahren auf dem Gebiet der Jugendhilfe im und für den Landkreis Havelland tätig. Dies ergibt sich aus dem Sachbericht und den zu Grunde liegenden Leistungs-, Qualitäts- und Entgeltvereinbarungen. In Anbetracht dessen, dass der Träger auch zuvor seine Arbeit bezogen auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet hat (mobiles Jugendcoaching) kann eine Anerkennung befristet erfolgen.

 

Alle weiteren für eine Anerkennung erforderlichen Voraussetzungen erfüllt der Träger:

 

  • Die Tätigkeit des Trägers auf dem Gebiet der Jugendhilfe i.S.d. § 1 SGB VIII spiegelt sich zum einen in der Geschäftsordnung und zum anderen in der praktischen Arbeit wieder.

 

  • Die Verfolgung gemeinnütziger Ziele lässt sich sowohl aus der Satzung als auch aus der Aufgabenstellung und der Tätigkeit des Trägers ableiten.

 

  • Der Träger bietet Angebote und Hilfen i.S.d. Kapitels 2 SGB VIII und deren fachliche Eignung.

 

  • Die Angebote und Hilfen werden i.S.d. Grundgesetzes umgesetzt (Achtung der Menschenrechte, Förderung der Gleichberechtigung, Glaubensfreiheit, Förderung der Familie).

 

Der Träger IKW GmbH ist auch zu partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit anderen Trägern der öffentlichen und freien Jugendhilfe bereit. Mit dem Jugendamt abgeschlossene Qualitätsvereinbarungen nach § 8 a SGB VIII (zum Verfahren im Kinderschutz) und nach § 72a SGB VIII (über Geeignetheit des eingesetzten Personals) liegt vor.

 

Die Mitglieder des Unterausschusses Jugendhilfeplanung haben diesen Antrag im Vorfeld behandelt. Über das Ergebnis werden die Ausschussmitglieder in der Sitzung informiert.

 


 


Anlagen:

 

 

 

Anlage 1 Sachbericht der IKW GmbH

 

 

 

 

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1 Sachbericht der IKW GmbH (2385 KB)