Landkreis Havelland
- Ratsinfo -

Auszug - Bericht aus dem Jugendamt  

 
 
Sitzung des Jugendhilfeausschusses
TOP: Ö 3
Gremium: Jugendhilfeausschuss
Datum: Mi, 19.12.2012 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:20 - 18:10
Raum: Jugendförderverein Mikado e. V.
Ort: Jugendförderverein Mikado e. V., Beratungsraum (Dachgeschoss), Ketziner Str. 1, 14641 Nauen

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1.     Qualitätsentwicklungskonzept Kindertagesbetreuung im Landkreis Havelland

 

Frau Ziemer, Jugendamtsleiterin, berichtet zu dem Sachstand: 74 Einrichtungen beteiligen sich an dem von dem Jugendhilfeausschuss in seiner Sitzung vom 07.03.2012 beschlossenen Qualitätsentwicklungskonzept. In den 3 Sozialräumen fanden mit den beteiligten Kitas im September/Oktober erste Reflektionstreffen statt. Die ersten Arbeitsschritte wurden abgestimmt. Notwendiger Fortbildungsbedarf wurde ermittelt. Mit Unterstützung der KitaPraxisberatung konnten kurzfristig In-House-Schulungen in mehreren Kitas organisiert werden.

2. Ausbau der Kindertagesbetreuung im U3-Bereich

 

Frau Ziemer berichtet zu den derzeitigen Entwicklungen. Das Investitionsprogramm U3 werde 2013/2014 nochmals fortgeführt. Ein entsprechender Gesetzesentwurf des Bundes liegt vor. Für den Landkreis Havelland werden voraussichtlich ca. 1 Mio Fördermittel zur Verfügung stehen.

 

Die Fristen für die Antragsstellung seien sehr kurz,  Anträge müssten bis zum 15.03.2013 einschließlich des Votums des Landkreises bei der ILB eingereicht sein. Der Landkreis werde den Trägern und Kommunen weitere Informationen zu dem vorgesehenen Verfahren schriftlich zukommen lassen.

 

Bisher seien im Landkreis Havelland mit Hilfe der U3-Förderung 1795 Plätze gesichert und 366 Plätze neu geschaffen worden. Fördermittel in der Höhe von 3,765 Mio. Euro seien abgerufen worden.

 

3. Umsetzung Bundeskinderschutzgesetz

 

Frau Ziemer berichtet über den Fachtag zum Bundeskinderschutzgesetz in Falkensee im November 2012. Auf diesem Fachtag sei insbesondere der Beratungsbedarf von KitaErziehern/innen und Tagespflegepersonen deutlich geworden. Im Ergebnis dieses Fachtages habe das Jugendamt für 2012 einen Förderantrag gestellt mit dem Ziel, insbesondere den Informationsbedarf von Erzieherinnen in der Kindertagesbetreuung zu decken und eine kollegiale Beratungsstruktur für den Kita-Bereich als Teil des zu bildenden Netzwerkes aufzubauen. Außerdem würden Mittel zur Erarbeitung eines Konzeptes zum Einsatz von Familienhebammen in Einzelfällen in Anspruch genommen.

 

4. Jugendschöffenwahl

 

Frau Ziemer berichtet über die anstehende Jugendschöffenwahl und fordert die Träger auf, sich an der Werbung von Jugendschöffen zu beteiligen.

 

5. Überarbeitung der Richtlinie Tagespflege:

 

Herr Gall berichtet zu dem Sachstand betreffend die Überarbeitung der Richtlinie Kindertagespflege. Das Jugendamt hat einen Entwurf erarbeitet. Der Landkreis lege Wert darauf, dass Tagespflege ein gleichberechtigtes und qualifiziertes Angebot der Kindertagesbetreuung ist. Deshalb sehe der jetzt erarbeitete Entwurf umfassende Änderungen zu den Qualitätsanforderungen in der Kindertagespflege vor. Diese Überarbeitung habe auch der verwaltungsintern Zeit gefordert. Außerdem sehe der Entwurf eine Verbesserung der Aufwandsentschädigung für die Tagespflege vor. Wegen einer Vielzahl anderer Vorhaben im Jugendamt, z.B. auch die Kitaqualitätsentwicklung und Erarbeitung einer Richtlinie andere Angebote in der Kindertagesbetreuung, habe die Überarbeitung der Richtlinie leider länger gedauert als ursprünglich vorgesehen. Erschwerend ist die  die schwierige Haushaltssituation für das Jahr 2013 hinzu gekommen. Deshalb seien von ihm alle Vorgänge mit finanziellen Auswirkungen für das nächste Jahr von ihm zunächst angehalten worden, um das Ergebnis der Haushaltsklausur  abzuwarten. Nun werde die Arbeit an der Richtlinie zeitnah fortgesetzt. Ab Januar 2013 solle die Richtlinie mit Vertretern/innen aus den Reihen der Kindertagespflege diskutiert werden. Die neue Richtlinie könnte im März 2013 beschlossen werden und ab 01.04.2013 in Kraft treten. Der Landrat habe  entschieden, dass den Tagespflegepersonen dadurch kein Nachteil entstehen solle. Für die Zeit von Januar bis März werde deshalb, ähnlich wie bei Tarifverhandlungen, über eine Einmalzahlung an die Tagespflegeperson gedacht.

 

Herr Hundt, DIE LINKE, verweist auf die von seiner Fraktion erachtete Notwendigkeit, die geänderte Richtlinie zum 1. Februar 2013 in Kraft treten zu lassen. Herr Gall erwidert, dass ein rückwirkendes Inkraftsetzen aus verschiedenen Gründen insbesondere auch im Hinblick auf die betroffenen Kommunen mit erheblichem Verwaltungsaufwand verbunden sei. Dem Interesse der Tagespflegepersonen  durch die von ihm jetzt dargestellte Verfahrensweise Rechnung getragen.