Landkreis Havelland
- Ratsinfo -

Auszug - Bericht aus dem Jugendamt  

 
 
Sitzung des Jugendhilfeausschusses
TOP: Ö 2
Gremium: Jugendhilfeausschuss
Datum: Mi, 02.12.2015 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:15 - 17:00
Raum: OSZ Havelland, Schulteil Rathenow, Erdgeschoss, Raum E 09 Aula
Ort: Bammer Landstr. 10, 14712 Rathenow

Sitzungsverlauf

 

Jugendamtsleiterin Frau Ziemer berichtet:

 

  1. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

 

Das Land Brandenburg hat mit Inkrafttreten der Gesetzesänderung zum SGB VIII mit einer erheblich höheren Anzahl an minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen zu rechnen. Diese jungen Menschen werden vom Land auf die Landkreise verteilt. In diesem Jahr belaufe sich die Anzahl der erwarteten jungen Flüchtlinge im LK Havelland auf ca. 100 Kinder- und Jugendliche. Im nächsten Jahr können evtl. 140 - 180 Kinder- und Jugendliche dazu kommen.

 

Das Land Brandenburg habe seine ursprüngliche Haltung, Schwerpunkt-Jugendämter für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) zu bilden, angesichts der erwarteten Zahlen aufgegeben. Dennoch sei die Entscheidung sehr spät gekommen und der Landkreis arbeite nun mit Hochdruck daran, Unterbringungsmöglichkeiten kurzfristig zu finden.

 

Derzeit werden 11 junge Menschen im ASB betreut, 10 junge Menschen von dem IKW sowie zwei weitere von Horizont e.V. betreut.

 

Die Schaffung weiterer Plätze gestalte sich schwierig, weil Objekte gefunden und dann erst die bauordnungsrechtlichen Fragen geklärt werden müssten.

 

Herr Richter erkundigt sich nach der Altersstruktur der Flüchtlinge sowie den Voraussetzungen für eine Aufnahme in Gastfamilien. Ferner fragt er nach der schulischen Situation. Frau Ziemer antwortet, dass die Jugendlichen in der Regel im Alter zwischen 16 – 18 Jahren seien. Die Gastfamilien sollten bereit sein, UMF aufzunehmen. Nach § 72 a SGB VIII dürfen sie keine Vorstrafen haben, sollten über Sprachkompetenzen verfügen und bereit sein, sich auf die besonderen Anforderungen dieser jungen Menschen einzustellen (z.B. Ernährung,  kulturelle Unterschiede im Verhalten, Kriegs- und Fluchterfahrung). Die schulische Betreuung liege in der Zuständigkeit des Staatlichen Schulamtes. Das Jugendamt beabsichtige aber Kontakt dorthin aufzunehmen, um ggf. Maßnahmen aufeinander abzustimmen.

Herr Hoffmeyer-Zlotnik ergänzt, dass im Bereich Grundschule noch alles problemlos ablaufe, da in dieser Altersstufe noch nicht so viele Kinder angekommen seien. Schwierigkeiten gäbe es nach seinen Erfahrungen bei der Beschulung älterer Kinder.

 

Frau Lindner möchte wissen, ob die UMF beim ASB von Lehrern beschult werden und wie die Zahlen der Geschlechter aufgeteilt seien.

 

Herr Hoffmeyer-Zlotnik erklärt, er habe einen Lehrer für 10 Stunden die Woche eingestellt und zusätzlich kommen zwei ehrenamtliche Kollegen (Arabisch sprechend) in die Trägereinrichtung. Sie sollen erste Kenntnisse der deutschen Sprache vermitteln. Es kämen mehr männliche Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahre und nur sehr wenige Mädchen.

 

 

 

 

  1. Finanzierung BKSchG

 

Der Landkreis Havelland habe sich in der Vergangenheit an der kommunalen Verfassungsbeschwerde zur Ausfinanzierung der Aufgaben nach dem BundesKinderSchutzGesetz beteiligt. Nunmehr sei letzte Woche die  Rechtsverordnung des Landes zur Finanzierung dieser Aufgabe in Kraft getreten.  Im Ergebnis werde der Landkreis Havelland eine Finanzierung im Umfang von etwa 2 VBE erhalten. Auch rückwirkend werde ein Ausgleich erfolgen.