Landkreis Havelland
- Ratsinfo -

Auszug - Beauftragung der Studie -Herstellung von Humus aus Reststoffen in drei Landwirtschaftsbetrieben im Landkreis-  

 
 
Sitzung des Ausschusses für Landwirtschaftsförderung/Umwelt/Öffentliche Sicherheit
TOP: Ö 4
Gremium: Ausschuss Landwirtschaftsförderung/Umwelt/Öffentliche Sicherheit
Datum: Mi, 20.05.2015 Status: öffentlich
Zeit: 17:00 - 18:00
Raum: Landkreis Havelland, Raum 200
Ort: Geschwister-Scholl-Straße, 14712 Rathenow
BV-0085/15 Beauftragung der Studie - Herstellung von Humus aus Reststoffen in drei Landwirtschaftsbetrieben im Landkreis
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:Dezernat III Bearbeiter/-in: Wilke, Daniela

Sitzungsverlauf

 

Herr Dr. Kellner, Zweiter Beigeordneter und Dezernent führt zur Vorlage aus.

 

2013 regte der Kreistag an, im Rahmen des Klimaschutzprojektes eine Variante zur energetischen Verwertung von überständigem Gras von Naturschutzflächen (PROGRAS) zu prüfen und umzusetzen. Die verbleibenden Reststoffe sollten als Düngestoffe verwendet werden. Dafür wurden Haushaltsmittel von 30000 € eingestellt. Dieses Projekt ließ sich so nicht umsetzen. Es fehlten lokale Akteure, die sich an der Umsetzung der Studie beteiligt hätten. Die relevante Prograss-Testanlage stand nicht mehr zur Verfügung, so dass ein Pilotverfahren nicht möglich gewesen wäre.

Die 30000€ sollen nun in 2015 für die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie zur Herstellung von Humus aus Reststoffen in drei Landwirtschaftsbetrieben übertragen werden. Ziele dabei sind die Nutzung von CO2-Speicherung, Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit, Verbesserung des Wasserspeichervermögens und Verwertung von überständigem Pflanzenmaterial von Naturschutzflächen.

 

Frau Fliegner, Amtsleiterin Umweltamt, führt weiter aus.

Humusaufbau in der Landwirtschaft wird als wichtiger Eckpfeiler im beschlossenen Klimaschutzkonzept dargestellt. Zur Umsetzung eines solchen Projektes haben sich bereits drei Landwirte aus dem LK HVL, ein Staudenbetrieb und die Kreisverwaltung zusammengeschlossen. Um das Projekt adäquat anzugehen, soll zeitnah eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, die der Landkreis initiiert und begleitet. Ziel der Studie ist es, herauszufinden, wie durch die anfallenden Reststoffe der drei Agrar-betriebe fruchtbarer Humus hergestellt werden kann und wie hoch die Kohlendioxid-Bindungspotentiale sind. Dabei wird zuerst analysiert, welche Arten und Massen von Reststoffen in den drei Betrieben und aus den Vertragsnaturschutzflächen anfallen. Als zweiter Schritt werden anhand von vier Säulen verschiedene Methoden zur Herstellung von fruchtbarem Humus dargestellt. Die ersten beiden Säulen sind verschiedene Kompostierungsmethoden, wobei es bei der ersten um die mikrobakterielle Karbonisierung und bei der zweiten um das kontrollierte mikrobiologische Kompostieren handelt. In der dritten Säule wird die Herstellung von Pflanzenkohle durch Pyrolyse untersucht. In der vierten Säule wird der Fokus auf intelligentes Fruchtfolgenmanagement gelegt. Bodenproben geben außerdem einen Aufschluss über die aktuelle Beschaffenheit der Böden der drei Betriebe.

 

Vor dem Hintergrund des Klimaschutzes ist ein weiteres wichtiges Ziel, die langfristige CO2-Bindung durch die Humusanreicherung in den Böden zahlenmäßig zu belegen. Eine Kostenanalyse stellt außerdem dar, wie viel Geld durch das Einsparen des sehr kostenintensiven Kunstdüngers eingespart werden kann.

 

Beteiligte an der Erstellung der Studie und Projektumsetzung sind der

Landkreis HVL – Koordinator und Begleiter der Studie (außerdem Finanzierung),

Kreuterey Wolsier – Projektkoordinator,

Agrargenossenschaft Gülpe e.G – Konventioneller Landwirtschaftsbetrieb,

Dech GbR Hohennauen – Landwirtschaftlicher Biobetrieb und

Hof Havelarche Parey – Landwirtschaftlicher Biobetrieb.

 

Für eine erfolgreiche und nachhaltige Projektumsetzung ist die Machbarkeitsstudie unverzichtbar.

 

Zur Frage nach bereits vorliegenden Erfahrungen erklärt Dr. Kellner, dass es eine kleine Anlage in Berlin im botanischen Garten gibt und zum zeitlichen Umfang der Studie teilt er mit, dass diese im Herbst 2015 fertig sein soll.

Frau Fliegner ergänzt, dass die Studie direkt in der Praxis (keine Computersimulation) durchgeführt wird.

 

Herr Vahl, Vorsitzender, dankt für die Ausführungen und lässt über die Beschlussvorlage abstimmen.

 

Die Beschlussvorlage 0085/15 wird einstimmig in den Kreisausschuss überwiesen.